Erschienen am: 1777983788
Die Geschichte der ÄDBV
Von den Anfängen im 19. Jahrhundert bis heute
Die heute bayernweit insgesamt 51 Ämter für Digitalisierung, Breitband und Vermessung (ÄDBV) mit ihren 22 Außenstellen führen und aktualisieren täglich das Liegenschaftskataster. Mit rund 30 000 Grundstücksvermessungen im Jahr dokumentieren sie Grundstücksgrenzen und sichern das Eigentum an Grund und Boden. Mit den Gebäudeeinmessungen erfüllen die ÄDBV den gesetzlichen Auftrag, Neubauten und wesentliche Änderungen am Grundriss von bestehenden Gebäuden im Liegenschaftskataster nachzuweisen. Zudem unterstützen die ÄDBV die Kommunen beim Ausbau des schnellen Internets.
Die Vorgeschichte der ÄDBV begann bereits im Jahre 1816. Zu diesem Zeitpunkt wurde die Aufgabenverteilung in der „Königlich Unmittelbaren Steuerkataster-Kommission“ neu strukturiert. Ihre Hauptaufgaben – die Aufstellung des Grundsteuerkatasters und die Fortführungsvermessung – wurden organisatorisch getrennt. Die Arbeiten am Grundsteuerkataster verblieben bei der „Steuerkataster-Kommission“, die Fortführungsvermessungen bei den Grundstücksveränderungen übernahmen private Geometer. Ab 1830 wurden diese Fortführungsarbeiten nur noch von geprüften Umschreibgeometern ausgeführt und 1838 wurde ein „Bezirksgeometerinstitut“ eingerichtet, das für die Fortführungsvermessung zuständig war. 1892 wurden innerhalb der Bezirke „Messungsbehörden“ mit verbeamteten Behördenvorstehern gegründet, die ab diesem Zeitpunkt für die Fortführungsvermessung zuständig waren und das „Bezirksgeometerinstitut“ ablösten. 1909 wurden die „Messungsbehörden“ in „Messungsämter“ umbenannt. Der Fortführungsvermessungsdienst wurde voll verstaatlicht. Alle Beschäftigten waren nunmehr im Staatsdienst und unterstanden der Leitung und der Aufsicht der Kreisregierung. 1941 wurden die „Messungsämter“ in „Vermessungsämter“ umbenannt. In der „Verordnung über die Organisation der Bayerischen Vermessungsverwaltung“ vom 10. Dezember 1956 (Bayerisches Gesetz- und Verordnungsblatt Nr. 32 / 1956, S. 455-469 (externer Link, öffnet in neuem Tab)) wurden die Amtssitze und Amtsbezirke der staatlichen Vermessungsämter festgelegt.
Im Zuge der Verwaltungsreform wurden die „Vermessungsämter“ 2005 dem neu gebildeten und als Aufsichtsbehörde fungierenden „Landesamt für Vermessung und Geoinformation“ zugeordnet. Zu diesem Zeitpunkt wurden auch die Vermessungsabteilungen der Bezirksfinanzdirektionen als Regionalabteilungen in das „Landesamt für Vermessung und Geoinformation“ eingegliedert. Die drei Regionalabteilungen Süd, Nord und Ost sind seitdem zuständig für die Ämter in den jeweiligen Regierungsbezirken. Zum 1. Januar 2007 verloren bayernweit 22 Vermessungsämter ihren Status als eigene Behörde. Sie wurden als „Außenstellen“ in andere „Vermessungsämter“ (Hauptämter) eingegliedert. Damit wurde die Zahl der „Vermessungsämter“ von 79 auf 51 mit 22 „Außenstellen“ reduziert. Sieben „Vermessungsämter“ wurden aufgelöst: Burghausen, Eschenbach i.d.OPf., Friedberg, Fürth, Rothenburg ob der Tauber, Schwandorf, Nördlingen. In Neustadt a.d.Aisch wurde ein neues „Vermessungsamt“ gegründet (vgl. hierzu: Verordnung über die Bezeichnung, den Sitz und die Bezirke der Vermessungsämter in Bayern (VermBezV) vom 4. November 2006. In: Bayerisches Gesetz- und Verordnungsblatt Nr. 25/2006, S. 909-912 (pdf, 465 kB).
Im Jahre 2014 wurden die „Vermessungsämter“ erneut umbenannt. In Angleichung an das „Landesamt für Digitalisierung, Breitband und Vermessung“ heißen auch sie seitdem „Amt für Digitalisierung, Breitband und Vermessung“. Im Zuge der Aufgabenerweiterung wurde auch das traditionelle Aufgabenfeld der Ämter erweitert und sie unterstützen seit 2014 die Kommunen beim Ausbau des schnellen Internets. Die Leiterinnen und Leiter der Ämter sind seit 2014 zusätzlich Breitbandmanager. Seit 2024 bieten die ÄDBV zudem eine Online-Beratung mit einem Videokonferenztool für die Kundinnen und Kunden an.
Literatur:
Demmel, A.: Der bayerische Fortführungsvermessungsdienst im Wandel der letzten 25 Jahre. in: Das öffentliche Vermessungswesen in Bayern. Festschrift zum 175jährigen Bestehen der bayerischen Vermessungsverwaltung. Hg. vom Bayerischen Staatsministerium der Finanzen, München 1976, S. 37-45.
Frommknecht, Michael: Vom Messtisch zum fahrbaren Büro. Außendienst am Vermessungsamt – gestern, heute und morgen. In: Es ist ein Maß in allen Dingen. 200 Jahre Bayerische Vermessungsverwaltung 1801-2001. Hg. vom Bayerischen Staatsministerium der Finanzen, München 2001. S. 246-253.